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Futtermittelallergie beim Hund

Durchfall, Juckreiz, Hautausschlag

Foto: Alexandra Carstens
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Allergien sind unter Hunden mittlerweile weit verbreitet und das Geschäft mit Allergiefutter boomt.
Juckreiz, Hautausschläge, Ohrenentzündungen und Verdauungsstörungen sind die häufigsten Symptome einer Futtermittelallergie beim Hund.
Auch Niesen oder eine laufende Nase kommen vor, das ist jedoch relativ selten bei Hunden. Es scheint, als wäre die mit Abstand häufigste Allergie bei Hunden die gegen bestimmte Nahrungsmittel, vor allem gegen tierische Proteine.
Allergietests ergeben, dass der Hund gegen so ziemlich alle Fleischsorten allergisch ist, die er je bekommen hat und deshalb gibt es jetzt Diätfutter mit afrikanischem Springbock, Känguru und Wapitihirsch.
Doch woher kommt das? Warum vertragen so viele Hunde angeblich kein Fleisch, wo sie doch Fleischfresser sind?


Was ist eine Allergie

Als Allergie bezeichnet man eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen Stoffe, die eigentlich harmlos sind.
Zum Beispiel Proteine. Nach dem ersten Kontakt mit so einem Stoff bildet der Körper fälschlicherweise Antikörper dagegen und beim zweiten Kontakt damit fängt das Immunsystem an, diesen Stoff zu bekämpfen.
Doch wie kommt es dazu und warum werden diese Allergien gegen Proteine bei Hunden immer häufiger?


Entstehung von Allergien und Unverträglichkeiten beim Hund

Die Grundlage für die Entstehung von Futtermittelallergien bildet eine gestörte Darmflora. Schon beim Welpen wird die Bildung einer gesunden, für einen Fleischfresser natürlichen Darmflora durch wiederholte Wurmkuren, Impfungen und die Fütterung mit Trockenfutter verhindert. Oft bekommen schon die ganz jungen Hunde davon schlimme Durchfälle und Ohrenentzündungen, die dann mit Antibiotika behandelt werden.
Dies verschlimmert die Situation noch, weil es die Darmflora weiter schädigt.
Ist die Darmflora geschädigt, dann ist der Darm nicht ausreichend mit den lebenswichtigen Bakterien besiedelt, die notwendig sind für eine gesunde Verdauung und ein intaktes Immunsystem.
Außerdem kann eine gestörte Darmflora ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, die Darmschleimhaut zu ernähren und eine schützende Barriere zu bilden.
Wenn diese Barriere aus Bakterien aber fehlt, dann kann es dazu kommen, dass die Darmschleimhaut winzige Löcher bekommt.
Das nennt man Leaky Gut Syndrom.


Leaky Gut Syndrom

Leaky Gut heißt undichter, durchlässiger Darm.
Die Darmschleimhaut lässt normalerweise nur die kleinsten Partikel durch, in die der Darm vorher die Nahrung zerlegt hat.
Ist die Darmflora über längere Zeit gestört, dann kann die Schutzbarriere der Darmschleimhaut so geschädigt werden, dass sie zu große Moleküle durchlässt. Diese geraten dann in die Blutbahn und werden vom Immunsystem angegriffen. So kommt es zu sogenannten Sekundärallergien. Das heißt, in Wirklichkeit ist der Hund gar nicht gegen beispielsweise Rindfleisch allergisch, sondern das Immunsystem reagiert nur auf die zu großen, unvollständig verdauten Nahrungsbestandteile die durch die löchrige Darmwand diffundieren. Wird der Darm saniert und der Hund auf gesunde Nahrung umgestellt, dann verschwinden diese Sekundärallergien wieder. Bei jungen Hunden ist es oft ganz einfach und eine Umstellung auf gesunde, naturbelassene Kost genügt schon als Therapie. Bei älteren Hunden die ihr Leben lang Trockenfutter bekommen haben, kann es sehr lange dauern.


Wie falsche Fütterung und Medikamente den Darm schädigen

Trockenfutter benötigt bis zu 24 Stunden bis es den Verdauungstrakt des Hundes passiert hat. Frisches Futter nur etwa 6 bis 8 Stunden. Durch diese zu lange Verweildauer des Trockenfutters werden Fehlgärungen begünstigt. Dadurch können Toxine entstehen, die die Darmflora schädigen. Außerdem enthält Trockenfutter fast immer Konservierungsstoffe, auch wenn auf der Packung steht „ohne Zusatz von Konservierungsstoffen“, denn das bedeutet nur, dass der Hersteller keine Konservierungsstoffe zugesetzt hat. Die Rohstoffe, die er geliefert bekommt sind meistens vorher schon konserviert.
Konservierungsstoffe sind dazu da, Bakterien zu töten.
Leider töten sie auch lebenswichtige Darmbakterien, genau wie Antibiotika und Wurmkuren.


Trockenfutter als Allergiefutter verschlimmert das Problem langfristig

Allergiefutter besteht meistens hauptsächlich aus Getreide, pflanzlichen Nebenprodukten und hydrolisiertem Tiermehl.
Hydrolisiert bedeutet, dass die Moleküle aufgespalten werden, sodass sie zu klein sind um vom Immunsystem erkannt zu werden.
Oft bleiben die schlimmsten Symptome der Allergie tatsächlich für eine Weile aus, wenn der Hund dieses Futter bekommt, aber der Erfolg ist nie von Dauer. Deshalb werden ja auch immer exotischere Diätfuttermittel auf den Markt gebracht.
Das Grundproblem dieses Futters ist aber, dass es ernährungsphysiologisch wertlos ist. Es enthält keine hochwertigen Eiweiße, die der Körper benötigt um die Muskelzellen zu ernähren. Dadurch werden die Hunde immer schwächer und mit der Zeit werden auch Herzmuskelzellen abgebaut. Herzerkrankungen sind die Folge.
Auch das Immunsystem leidet, denn Aminosäuren für dessen Aufbau liefert die Ernährung ebensowenig.
Der hohe pflanzliche Anteil belastet die Nieren schwer. Der Verdauungstrakt des Hundes ist nicht auf eine Nahrung ausgerichtet, die hauptsächlich aus Pflanzen besteht.
Es fallen bei der Verdauung große Mengen Abfallprodukte an, die über die Nieren abgebaut werden müssen.
Das Gleiche gilt für die vielen Zusatzstoffe, künstlichen Vitamine, Konservierungsstoffe und Geschmacksstoffe, ohne die der Hund das Zeug gar nicht fressen würde.
Du kannst davon ausgehen, je länger die Liste der „ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe“ auf der Packung ist, desto minderwertiger sind die Zutaten.
Denn ein gutes Futter braucht überhaupt keine Zusätze um alle Nährstoffe für den Hund bereitzustellen.
Dazu kommt noch das oben schon erwähnte Grundproblem von Trockenfutter, nämlich dass es durch die zu lange Verweildauer im Darm Fehlgärungen begünstigt, was wiederrum die Darmflora weiter schwächt.


Was tun um den Kreislauf zu durchbrechen?

In der Naturheilkunde versuchen wir, die Ursache einer Erkrankung zu beseitigen und nicht deren Symptome. Das kann unter Umständen ein schwieriger und langwieriger Prozess sein.
Je länger die Futtermittelallergie schon besteht, desto länger dauert auch die Heilung.
Im Gegensatz dazu ist es bei jungen Hunden oft ganz einfach.
Eine Darmsanierung und eine Umstellung auf gesundes, naturbelassenes Futter und die Symptome verschwinden.
Besteht das Problem schon seit Jahren, dann wirst Du es vermutlich nicht alleine in den Griff bekommen. Ich rate Dir, zu einer Tierheilpraktikerin zu gehen und etwas Geduld aufzubringen.
Im Folgenden zeige ich Dir einige konkrete Hilfsmittel und Therapiebausteine, die Deinem Hund helfen können.


Entgiftung

Die Medikamente, die der Hund höchstwahrscheinlich in letzter Zeit bekommen hat sowie die Zusatzstoffe im Futter die den Organismus belasten müssen raus. Zur Entgiftung eignen sich Algen hervorragend.
Lies Dir dazu doch meinen Beitrag „Spirulina und Chlorella – Entgiftung mit Algen“ durch.
Auch Propolis* eignet sich sehr gut als Nahrungsergänzung zur Entgiftung und für das Immunsystem. Auch dazu habe ich schon einen Beitrag veröffentlicht: „Honig und Propolis für Hunde“


Darmsanierung

Es gibt Produkte zu kaufen, die Darmbakterien enthalten. Sogenannte Probiotika. Ein solches Mittel, das ich Dir empfehlen kann ist Symbiopet Dog*.
Du gibst es als Kur 4 bis 6 Wochen lang jeden Tag zum Futter.
Wichtig ist dabei, dass Du dem Hund auch Futter gibst, das die Vermehrung dieser Bakterien begünstigt und sie nicht gleich wieder abtötet, damit das Milieu sich wieder stabilisieren kann. Wie das genau geht habe ich in meinem Beitrag „Darmsanierung beim Hund“ beschrieben.


Ernährungsumstellung

Bei einem Hund, der seit Jahren Trockenfutter bekommt, kann die Umstellung auf fleischhaltiges Futter schwierig sein. Oft können die Hunde gar kein Fleisch verdauen, weil die Verdauungssäfte keine Enzyme dafür mehr enthalten. Der Verdauungstrakt hat schlicht nie gelernt, Fleisch zu verdauen, weil er nie welches kennengelernt hat.
Deshalb kommt es bei der Umstellung oft zu anfänglichem Durchfall.
Es gibt verschiedene Hilfsmittel um den gestörten Darm zu unterstützen, damit er die Verwertung von gesundem Futter überhaupt wieder lernen kann.

  • Moortränke* ist ein natürliches Heilmittel aus Moor, das sich wie ein schützender Film über die Darmschleimhaut legt. Es entgiftet und stärkt die Darmflora. So leistet es eine wertvolle Unterstützung bei der Ernährungsumstellung
  • Flohsamenschalen* regulieren die Verdauung und ernähren die probiotischen Darmbakterien.
  • Moro’sche Möhrensuppe ist ein super wirksames Hausmittel bei Durchfall. Hier gehts zum Rezept: „Hausmittel gegen Durchfall beim Hund“
  • Symbiopet Dog* mit probiotischen Darmbakterien zur Darmsanierung ist immer eine gute Idee, wenn der Darm extrem sensibel auf jede Veränderung in der Ernährung reagiert.


Wie soll ich meinen allergischen Hund denn nun füttern?

Wenn Du weißt, welche Fleischsorten Dein Hund verträgt und welche nicht, dann ist es recht einfach. Fang am Besten sofort damit an, deinen Hund auf eine Nahrung umzustellen, die frei ist von jeglichen Zusatzstoffen.
Dafür wählst Du Dir entweder bei Xantara* eine Sorte aus, die Fleisch enthält die er verträgt, dann kannst Du Dosenfutter geben, oder Du barfst ihn.
In dem Zusammenhang interessiert Dich vielleicht mein Beitrag „Eine gesunde Mahlzeit für einen Hund selbst zusammenstellen“.
Wenn Dein Hund praktisch gegen alles allergisch ist und Du nicht weißt, welche Fleischsorte Du ihm überhaupt geben kannst, dann wird es etwas komplizierter.
Versuche im Internet oder beim Metzger ein Fleisch zu finden, das Dein Hund möglichst noch nie gefressen hat.
Nun beginnst Du zunächst mit 10% Fleisch.
Der Rest der Ration besteht aus püriertem Gemüse (Karotten, Sellerie, Fenchel, Zucchini, Gurke etc.) und gekochter Hirse.
Keine Milchprodukte, kein Obst, kein Getreide.
Dazu gibst Du ihm ein hochwertiges Pflanzenöl oder Lachsöl.
Nach und nach erhöhst Du die Fleischmenge auf etwa 60% der Ration.

In dem Zusammenhang hier noch meine Blogbeiträge
„Obst und Gemüse für den Hund“ und
„Welche Ölsorten sind gut für meinen Hund?“

Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.
Natürlich kann ich hier nur Anhaltspunkte geben.
Jeder Fall ist anders und wenn es Deinem Hund schlecht geht, dann geh bitte mit ihm zur Tierärztin oder Tierheilpraktikerin.

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