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Neemspray gegen Herbstgrasmilben selbst herstellen

Foto: Anya Beickler
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Ein Befall mit Herbstgrasmilben löst oft unerträglichen Juckreiz beim Hund aus, was zur Folge hat, dass er sich pausenlos leckt und kratzt, bis die betroffenen Stellen wund und blutig sind.
Herbstgrasmilben quälen unsere Hunde nicht nur im Herbst, sondern können den ganzen Sommer über vorkommen.
Die Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis), auch Herbstmilbe oder Erntemilbe genannt, gehört zur Klasse der Spinnentiere.
Was den Hund so quält, sind die Larven der Milben.
Die Tierchen sind bis zu 0,3 Millimeter groß und leuchtend orangerot gefärbt.
Sie sind weltweit verbreitet und leben vor allem auf Mäusen, Hunden, Hauskatzen oder anderen Säugetieren.
Auch Menschen werden befallen, sind aber nicht der klassische Wirt der Milbenlarve.


Warum juckt der Befall mit Herbstgrasmilben so?

Die Larven sitzen an Gräsern und Büschen und warten darauf, dass ein geeigneter Wirt an ihnen vorbeistreift. Dann halten sie sich fest und arbeiten sich zur Haut des Wirtes vor.
Dort ritzen sie die Haut mit ihrem Schneidewerkzeug ein und pumpen ihr Speichelsekret in die Wunde.
Das Speichelsekret löst die darunter liegenden Hautschichten auf.
Dieser Brei aus Hautzellen und Speichelsekret dient den Larven als Nahrung.
Nicht nur der in die Haut eingebrachte Speichel der Milbenlarven juckt unerträglich, sondern es kommt zusätzlich oft zu baktreiellen Infektionen der betroffenen Hautstellen, weil die Hunde ständig daran arbeiten.
So kann der eigentlich ungefährliche Befall zu einem echten Problem werden.
Besonders gerne sitzen die Milbenlarven zwischen den Zehen, um die Augen und am Bauch der Hunde.
Dort saugen sie mehrere Tage lang, bevor sie wieder abfallen.


Was kann man gegen Herbstgrasmilben tun?

Es gibt verschiedene Spot-on Präparate, die nach meiner Erfahrung allesamt nicht helfen. Ich habe inzwischen schon mehrmals von meinen Kunden in der Hundepension den Satz gehört: „Der Tierarzt sagt, es gibt nichts, was gegen Herbstgrasmilben hilft.“
Darauf muss ich antworten: „Der Tierarzt kennt nur nichts!“
Neemöl hilft sogar ganz hervorragend gegen Herbstgrasmilben.
Das sage ich aus meiner eigenen Erfahrung an meinen Hunden und an den Gasthunden in meiner Hundepension.


Neemöl, was ist das?

Neemöl, auch Niemöl genannt ist ein pflanzliches Öl das aus den Samen des indischen Niembaumes gewonnen wird.
Es hat eine insektizide Wirkung und wird angewendet um Schädlinge auf Pflanzen und Parasiten auf Mensch und Tier zu bekämpfen.
Für Menschen sind Produkte zur Bekämpfung von Kopfläusen auf dem Markt sowie Sprays die man auf sein Bett und seine Teppiche sprüht zur Bekämfung von Hausstaubmilben.
Neemöl ist für Mensch und Tier unbedenklich. Es ist sogar für Bienen unschädlich. Du kannst damit zum Beispiel die Obstbäume gegen Blattläuse behandeln ohne damit die Bienen zu vertreiben oder ihnen gar zu schaden.
Außerdem wird es in der Kosmetikindustrie verwendet, zur Haar und Hautpflege.
Es hat dank seiner antibakteriellen Wirkung einen positiven Einfluss bei Hautunreinheiten und Akne.

Bei Hunden wirkt es gegen Flöhe, Zecken und Milben.
Zusätzlich lindert es noch den Juckreiz und wirkt gegen Bakterien auf der Haut.


Anwendung von Neemöl

Es gibt Neemöl pur zu kaufen und es gibt verschiedene Hundeshampoos mit Neemöl. Beides finde ich in der Anwendung nicht optimal.
Neemöl pur riecht sehr stark, ist etwas dickflüssig und lässt sich deshalb schlecht dosieren. Wenn man es dem Hund einfach in das Fell reibt, ist der ganze Hund ölig und es riecht streng.
Hundeshampoo finde ich deshalb nicht optimal, weil zu häufiges Baden den Säureschutzmantel der Haut angreift. Das sollte man möglichst nicht tun. Um den Schutz vor den Parasiten aufrecht zu erhalten, müsste man das Shampoo aber regelmäßig anwenden.
Die beste Lösung finde ich ein Spray, das gerade genug Neemöl enthält, um die Flöhe, Zecken und Milben zu vertreiben, dabei aber geruchlich für Mensch und Hund nicht so lästig ist.
So ein Spray kannst Du Dir ganz einfach selbst machen.
Ich mache das auch selbst und behandele damit seit Jahren erfolgreich die Herbstgrasmilben und den durch sie entstehenden Juckreiz.


Warum gibt es das Spray nicht auf dem Markt?

Es ist in Europa sehr schwierig, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das als Biozid verkauft werden soll.
Das heißt, wenn ich auf die Packung schreiben will, dass es gegen Milben wirkt, muss ich zuerst eine Zulassung bei einem europäischen Amt für Biozide beantragen.
Diese Zulassung bekommt das Produkt nur, wenn dem Amt schon durch Studien der Beweis vorliegt, dass der entsprechende Wirkstoff die Schädlinge wirksam bekämpft. Dieser Beweis ist in Bezug auf Neemöl noch nicht erbracht.
Der Grund dafür ist, dass es niemandem nützt, diese Studien in Auftrag zu geben. Studien sind teuer und sie werden in der Regel nur dann bezahlt, wenn ein Konzern dann auch ein patentierbares Produkt auf den Markt bringen kann.
Da Neemöl billig ist und überall frei verkäuflich, lohnt sich das für die Industrie nicht.


Neemspray gegen Herbstgrasmilben ganz einfach selbst herstellen

Du kannst das Spray gegen Herbstgrasmilben in wenigen Minuten selbst herstellen.
Ich erkläre Dir jetzt genau, wie das geht.
Du brauchst:

  • Neemöl mit Rimulgan gemischt
  • Eine leere, saubere Sprühflasche
  • einen kleinen Messbecher, mit dem Du 10 Milliliter abmessen kannst
  • einen großen Messbecher für 500 Milliliter

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In einem großen Messbecher wie ihn jeder in der Küche hat, misst Du 500 Milliliter lauwarmes Wasser ab.
Dann misst Du in dem kleinen Messbecher 10 Milliliter von dem Neemöl-Rimulgan-Gemisch ab.
Rimulgan ist ein Emulgator. Das heißt, es besitzt die Fähigkeit, Öl mit Wasser zu verbinden. Rimulgan ist ebenfalls völlig unbedenklich.
Es wird auch in der Kosmetik für Menschen benutzt.
Neemöl wird genau wie Kokosöl bei unter 20 Grad Celsius fest. Wenn Dein Gemisch also nicht richtig fließen will, erwärme es vorher kurz im Wasserbad.
Nun rührst Du das Ölgemisch in das lauwarme Wasser ein und füllst es in die Sprühflasche.
Fertig ist Dein Spray gegen Herbstgrasmilben.


Wie wende ich das Spray an?

Du sprühst das Spray auf alle Stellen, die von den Herbstgrasmilben befallen sind.
Spreize mit einer Hand die Zehen und gib in jeden Zwischenraum einen Sprühstoß.
Im Gesicht mache ich es immer so, dass ich das Spray in meine Hände sprühe und dann mit den Händen in das Fell reibe denn natürlich solltest Du es nicht in Augen und Nase sprühen.
Wie oft Du es anwenden musst hängt von den Symptomen ab.
Ich hatte schon Phasen im Sommer, da musste ich es meiner Hündin fast jeden Tag aufsprühen.
Der Juckreiz lasst nach der Anwendung nach, aber am nächsten Tag können schon wieder neue Milben nachkommen.
Selbst wenn es zeitweise so war, dass die Anwendung täglich wiederholt werden musste, sind wir mit dem leidigen Problem Herbstgrasmilben dank dieses Sprays immer gut klargekommen und konnten den Juckreiz und die Selbstverletzung der Hunde dadurch minimieren.
Das Spray ist auch sehr gut als Prophylaxe gegen Flöhe und Zecken einsetzbar, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass gegen Zecken Schwarzkümmelspray noch besser wirkt.
Lies Dir zu dem Thema doch auch meinen Beitrag „Zeckenspray mit Schwarzkümmelöl selbst herstellen“ durch.

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3 Gedanken zu „Neemspray gegen Herbstgrasmilben selbst herstellen

  1. Danke für den Tipp, werde ich gleich alles bestellen und ausprobieren. Da es auch gegen Zecken und Flöhe helfen könnte, die dieses Jahr besonders fleißig sind, bin ich noch dankbarer. Liebe Grüße Alice

  2. Vielen Dank für diesen hervorragenden Blog. Ich lasse keinen Beitrag aus und bin immer schon auf das nächste Thema gespannt. Alles was du darstellst und erklärst zeugt von grosser Sachkenntnis und Erfahrung und ist einleuchtend und verständlich beschrieben. Als ich hier noch das Haus voller Hunde hatte, habe ich dieses Neemspray in den Sommermonaten oft angewendet und es hat wunderbar gewirkt. Ich habe sogar den Eindruck, dass es gegen Mückenstiche bei Menschen hilft.

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