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Zeckenspray mit Schwarzkümmelöl selbst herstellen

2019 wird ein Zeckenjahr

Foto: Alexandra Carstens
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Das ist neu, dass die Hunde schon Anfang März voller Zecken sind.
Nach dem relativ milden Winter sagen Experten uns eine Zeckenplage voraus.
Ich beobachte bei meinen Hunden und bei meinen Hundefreunden in den sozialen Medien, dass die Plage schon jetzt in vollem Gang ist.


Zecken in Deutschland

Zecken zählen zur Klasse der Spinnentiere.
Es sind blutsaugende Ektoparasiten die ab 7 Grad Celsius aktiv werden.
In Deutschland heimisch ist neben einigen anderen vor allem der sogenannte Holzbock (Ixodes ricinus).
Aber in den letzten Jahren wurden in Deutschland auch vereinzelt aus Afrika eingeschleppte Hyalomma-Zecken gefunden.
Diese Zecken sind dreimal so groß wie die einheimischen Zecken und haben gelb-braun geringelte Beine.
Ob und welche Krankheiten sie übertragen können ist noch nicht klar.
Alle Arten haben gemeinsam, dass sie sich an Wirbeltieren oder Menschen festsaugen wenn sie die Gelegenheit dazu haben und sich mit dessen Blut vollsaugen, um sich zu ernähren.


Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Durch den Kontakt mit dem Blut des Wirtes können Zecken das FSME -Virus und Borreliose-Bakterien übertragen.
FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis.
Das ist eine Form der Gehirnhautentzündung, die unterschiedliche Verläufe haben kann.
Sie reichen von sehr leichten Krankheitserscheinungen bis hin zu zu schweren Verläufen, die zum Tode führen können.
Borreliose ist eine Erkrankung die sehr unterschiedliche Symptome haben kann und deshalb schwer zu diagnostizieren ist.
Mögliche Symptome sind eine ringförmigen Hautrötung rund um den Zeckenbiss, Abgeschlagenheit, Fieber, Appetitlosigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, geschwollenen Lymphknoten, Herzproblemen, Hirnhautentzündung, und Gelenkentzündungen.

Pixabay.com – Nicooografie


Wie kann man den Hund vor Zecken schützen?

Die chemische Keule

Beim Tierarzt kannst Du verschiedene chemische Zeckenschutzmittel kaufen.
Es gibt Spot-ons, die träufelt man dem Hund auf die Haut um Zecken entweder abzuschrecken oder abzutöten, wenn sie zugebissen haben.
Es gibt Halsbänder mit der gleichen Funktion und es gibt seit Neuestem auch eine Tablette, die für 8 bis 12 Wochen dafür sorgt, dass jede Zecke die sich festgesaug hat, sofort tot abfällt.

Ich möchte auf all diese Mittel nicht näher eingehen, denn ich denke es ist klar, wie ich über Gift auf und in unseren Hunden denke.
Ich möchte nur eine Frage stellen: Würdest Du selbst gerne eine Tablette nehmen, von der Dein Blut so giftig wird, dass eine Zecke sofort tot abfällt, wenn sie davon trinkt?
Diese Tabletten sind noch relativ neu auf dem Markt und es gibt noch keine Langzeitstudien zu den Gefahren für die Hunde.


Gibt es eine wirksame ungiftige Alternative?

Beim bayerischen Landeswettbewerb „Jugend forscht“ 2014 trat der 18-jährige Schüler Alexander Betz mit einem Experiment mit Schwarzkümmelöl an.
Er hatte beobachtet, dass die Zecken plötzlich keine Interesse mehr an seinem Hund hatten. Zunächst konnte er sich das nicht erklären.
Aber dann fiel ihm ein, dass der Hund seit einiger Zeit Schwarzkümmelöl in sein Futter bekam um seine Allergie zu behandeln.
Daraufhin fing der Schüler 30 Zecken ein und testete mithilfe von Präparaten aus Schweineblut und Schweiß und Präparaten die mit Schwarzkümmelöl angereichert waren, was die Zecken bevorzugten.
Das Ergebnis zeigte eindeutig, dass die Zecken die mit Schwarzkümmelöl behandelten Präparate mieden und der Junge machte mit seinem Experiment den 3. Platz im Wettbewerb.

Es genügt also offensichtlich schon, wenn der Hund nur Schwarzkümmelöl ins Futter bekommt.
Nach meiner persönlichen Erfahrung ist es aber noch besser, wenn man das Schwarzkümmelöl mit Wasser und einem ungiftigen Emulgator vermischt und direkt auf das Fell sprüht.
Wie das geht, zeige ich Dir jetzt.


Schwarzkümmelspray selbst herstellen in wenigen Minuten

Was Du brauchst:

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Für Dich ändert sich dadurch natürlich nichts am Preis.


Rimulgan ist ein Emulgator, das heißt es hat die Eigenschaft, Fett und Wasser miteinander zu verbinden.
Rimulgan wird auch in der Kosmetik für Menschen verwendet und es ist völlig ungiftig und unbedenklich.


Du schreitest zur Tat

Zuerst misst Du 10 ml Schwarzkümmelöl in Deinem kleinen Messbecher ab.
Dann gibst Du 5 ml Rimulgan dazu.
Verrühre das Gemisch.
Nun füllst Du 500 ml lauwarmes Wasser in Deinen großen Messbecher.
Gieße dann langsam etwas von dem Wasser zu dem Gemisch aus Öl und Rimulgan, wobei Du ständig umrührst.
Du erhältst eine milchige Flüssigkeit.
Dieses milchige Gemisch aus Öl, Wasser und Rimulgan schüttest Du jetzt wieder unter Rühren zurück in das restliche lauwarme Wasser in Deinem großen Messbecher.
Fertig ist Dein Zeckenspray, das Du jetzt in die saubere Sprühflasche umfüllen kannst.
Ich sprühe meine Hunde damit in der Zeckensaison einfach jeden Tag ein bisschen ein und sie haben so gut wie nie Zecken.
Schwarzkümmelöl pflegt Haut und Fell und das Spray fettet in keiner Weise, sodass Du damit ruhig großzügig sein kannst.

Wie alle Naturprodukte kann auch dieses allergische Reaktionen hervorrufen. Teste also am besten erstmal eine kleine Menge.


Natürliche Produkte und der heißumkämpfte Markt

Jetzt fragst Du Dich wahrscheinlich, warum noch niemand auf die Idee gekommen ist, dieses Spray zu verkaufen.
Ich bin auf die Idee gekommen und ich kann Dir die Frage beantworten.
Wenn man in Europa ein Produkt verkaufen möchte, auf dem draufsteht, dass es Zecken abhält, dann fällt dieses Produkt unter die europäische Biozidverordnung.
Um die Zulassung als Biozid zu erhalten, muss der Hersteller einen komplizierten und langwierigen Zulassungsprozess durchlaufen.
Zunächt muss er jedoch erstmal eine Anfrage beim zuständigen Amt stellen.
Und diese Anfrage kostet eine Gebühr von – und jetzt halt Dich fest – 50.000 Euro.
Warum das so ist ist klar; damit kleine Unternehmer von vornherein abgeschreckt werden, ein Produkt auf den Markt zu bringen.
Und wem nutzt es? Natürlich den großen Herstellern, deren Marktvormachtstellung dadurch gesichert wird.
Deshalb habe ich mich entschlossen, das Spray nicht zu verkaufen (oder wenn, dann nur als Hautpflegeprodukt ;-)), sondern einfach den Hundebesitzern zu erklären, wie sie es selbst herstellen können.
Denn selbst wenn es vielleicht nicht so eine hundertprozentige Wirkung aufweist wie die erwähnte Tablette, so ist es doch zumindest eines: unschädlich.


Vielleicht interessiertst Du Dich auch für meinen Beitrag über das Impfen:
Wie oft und gegen was muss ich meinen Hund wirklich impfen lassen?

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