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Wieviel Kalzium braucht der Hund?

Foto: Alexandra Carstens
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Wenn Du die Mahlzeiten Deines Hundes selbst zusammenstellst, egal ob mit rohem Fleisch oder mit purem Dosenfleisch ohne Zusatzstoffe, dann stößt Du früher oder später auf die Frage:
Wieviel Kalzium braucht mein Hund eigentlich und woher bekommt er das?

In allen Ratgebern über das Barfen kann man lesen, dass der Hund genug Kalzium bekommt wenn er artgerecht ernährt wird und zwar mit „rohen fleischigen Knochen und Knorpel“.
Nun gibt es aber viele gute Gründe seinem Hund keine Knochen zu geben.


Warum Barfen nicht jedermanns Sache ist und ich das gut verstehen kann

Als ich noch gebarft habe, haben meine Hunde auch keine Knochen bekommen.

Der wichtigste Grund war damals, dass ich in meiner kleinen Hundepension alle Hunde in meinem Haus gehalten und auch gefüttert habe.
Das bedeutete, wenn ich meiner großen Hündin einen rohen fleischigen Knochen gegeben habe, dann hat sie ihn etwa 20 Minuten lang auf meinem Küchenboden hingebungsvoll benagt und hin und her geschmiert bis ein etwa 1 Quadratmeter großer Blutfleck auf dem Boden war.
Danach roch die ganze Küche nach Schlachthaus.
Ich fand das ziemlich eklig.
Die anderen Hunde fanden das natürlich super spannend.

Egal wie gründlich ich danach den Boden gewischt habe, sobald ich die anderen Hunde wieder in den Raum gelassen habe, stürzten sich alle auf die Freßstelle und wollten gleichzeitig nach der Beute schnuppern.

Auf der Terrasse konnte ich die rohen fleischigen Knochen schon gar nicht füttern. Die Blut- und Fleischreste hätten sich dann in die Ritzen zwischen die Steinplatten gesetzt.
Weil ich da nicht putzen konnte, hätten sich die Hunde den ganzen Tag darum gerangelt, wer das Schlachtfest beschnuppern und belecken darf.
Das ist bei einem ständigen Wechsel in der Rudelstruktur leider nicht so klar geregelt, deshalb musste ich da immer ziemlich aufpassen.

Es gibt viele gute Argumente gegen das Barfen.
Es ist tatsächlich eine ziemliche Sauerei in der Küche.
Ich habe es jahrelang gemacht und kann das beurteilen.
Die Gefahr sich Salmonellen zu holen besteht auch, obwohl man das durch Sorgfalt, Organisation und Küchenhygiene im Griff behalten kann.
(Ich hatte extra Tupperschüsseln um das rohe Fleisch aufzutauen, die ich für nichts anderes genutzt habe und habe immer sehr darauf geachtet, diese zum Schluß, nach dem Menschengeschirr zu spülen und zwar mit einem separaten Hundespülschwamm und mit einem separaten Hundegeschirrhandtuch abzutrocknen etc.)
Ein weiteres Argument ist, dass gebarfte Hunde Salmonellen übertragen können, was besonders wenn man kleine Kinder im Haus hat durchaus zu bedenken ist.


Kann man den Hund nicht mit Dosenfleisch ernähren und ihm ab und zu einen rohen Knochen geben?

Nein, leider nicht.
Der Hund kann Knochen nur verdauen, wenn genügend rohes Muskelfleisch gleichzeitig gegeben wird.
Durch das rohe Fleisch bekommt der Verdauungsapparat des Hundes das Signal, genügend Verdauungsekret zu produzieren um die rohen Knochen verdauen zu können.
Füttert man nur Knochen ohne rohes Muskelfleisch, dann werden diese nicht oder nur teilweise verdaut.
So kommt es unter Umständen zum sogenannten Knochenkot.
Das heißt, extrem harte Verstopfungen, teilweise auch mit unverdauten spitzen Knochenstückchen, die für den Hund sehr gefährlich werden können.
Als ich das noch nicht wusste, habe ich meiner Hündin auch manchmal rohe Knochen einfach so gegeben. Die Folge war bei ihr, dass sie Knochenspliter erbrochen hat, die teilweise aussahen wie kleine Pfeilspitzen.

Gekochte Knochen darfst Du Deinem Hund auf keinen Fall geben.
Die sind durch das Kochen zu brüchig und splittern schnell, was zu Verletztungen in Maul und Speiseröhre führen kann.

Foto: pixabay.com, ID 2211438

Wieviel Kalzium brauch der Hund denn nun genau?

Wenn Dir das Barfen also so wie mir zu viel Aufwand ist und Du willst Deinen Hund trotzdem gesund ernähren, dann kannst Du das tun, indem Du ihm hochwertiges Nassfutter ohne Zusatzstoffe gibst.
Wie Du die Mahlzeiten am Besten zusammenstellst erfährst Du hier in meinem Beitrag „Eine gesunde Mahlzeit für einen Hund selbst zusammenstellen“

Neben dem Dosenfleisch braucht Dein Hund noch püriertes Obst und Gemüse, Öl und eventuell eine Kohlenhydratquelle.
Und etwas Kalzium um den Phosphorüberschuß auszugleichen der entsteht, wenn der Hund nur Fleisch aber keine Knochen bekommt.

Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis

Kalzium und Phosphor in den richtigen Mengenverhältnissen zu bekommen ist lebenswichtig für den Hund. Die Mineralien beinflussen sich gegenseitig im Stoffwechsel. Eine dauerhafte Unterversorgung mit einem der beiden Mineralstoffe kann zu gravierenden Mangelerscheinungen führen bis hin zu Skelettveränderungen.

Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis sollte etwa Kalzium 1,3 bis 2, zu Phosphor 1 sein. Oder anders ausgedrückt pro Tag sollte ein ausgewachsener Hund etwa 80 mg Kalzium und 60 mg Phosphor pro kg Körpergewicht aufnehmen.

Bekommt der Hund nur Fleisch ohne Knochen zu fressen, dann bekommt er zu viel Phosphor. Diesen Überschuß müssen wir ausgleichen.

Was heißt das jetzt konkret?

Ich könnte Dir den Tagesbedarf an Kalzium anhand der Fleischsorte und dem Körpergewicht Deines Hundes aufs Milligramm genau ausrechnen. Das ist aber in meinen Augen völliger Quatsch.
Wir Menschen rechnen unseren Bedarf an verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen auch nicht mit dem Taschenrechner aus und Du hast vermutlich auch keine Waage zuhause, mit der Du Milligramm abwiegen kannst.
Solche Berechnungen sind nur für Ernährungsberaterinnen in der Prüfung relevant, für die Praxis ist das völlig nutzlos.
Der Körper hat Reserven und Speichermöglichkeiten für sämtliche Nährstoffe und kann ein gewisses Maß an Über- und Unterversorgung durchaus tolerieren.
Da der Kalziumbedarf bei der Fütterung von verschiedenen Fleischsorten unterschiedlich ist, nehme ich einfach einen Mittelwert.
Das gleicht sich aus, wenn Du die Fleischsorten abwechselst und mal Geflügel, mal Rind, Lamm oder Pferd, Innereien oder Pansen fütterst.
Deshalb empfehle ich in der Praxis eine Dosierung von etwa 0,5 Gramm Kalzium pro 10 Kilogramm Körpergewicht pro Tag.
Das entspricht in etwa einer Messerspitze.


In welcher Form soll ich das Kalzium zugeben?

Du kannst den Phosphorüberschuß ausgleichen, indem Du ein organisches Kalziumpräparat zugibst. Ich empfehle Austernschalenkalk, Eierschalenkalk oder Knochenmehl.
Naturjoghurt hat ein optimales Kalzium-Phosphor-Verhältnis für den Hund.
Wenn Du ab und zu die Hälfte der Portion Deines Hundes durch Naturjoghurt ersetzt, dann braucht er an diesem Tag kein Kalzium mehr extra zu bekommen.

Du kannst auch ein Produkt nehmen, das verschiedene Kräuter und Kalk in sich vereint, achte dabei aber darauf, dass nur natürliche Inhaltsstoffe enthalten sind.


Hier einige empfehlenswerte Produkte:

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Fazit:

Man kann einen Hund mit einem guten Nassfutter* sein Leben lang gesund erhalten. Es muss nicht immer Barf sein.
Wichtig ist, dass es für den Besitzer machbar ist und der Aufwand sich in den Alltag integrieren lässt.
Du kannst das Kaubedürfnis Deines Hundes mit harten Naturkauprodukten* befriedigen, wenn Du ihm keine Knochen geben möchtest.

Den Kalziumbedarf Deines Hundes kannst Du decken, indem Du ihm zu den Fleischmahlzeiten etwa eine Messerspitze Kalziumpulver pro 10 Kilogramm Körpergewicht pro Tag gibst.

Wenn Du mehr zum Thema gesunde Ernährung erfahren möchtest, empfehle ich Dir auch meine Blogbeiträge

„Obst und Gemüse für den Hund“

„Welche Ölsorten sind gut für meinen Hund?“


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