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Gastritis beim Hund

Ursachen, Symptome und Behandlung von Magenschleimhautentzündung

Foto: Alexandra Carstens
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Eine Gastritis kommt bei Hunden relativ häufig vor.
Oft werden die ersten Symptome nicht erkannt, denn der Hund kann sich ja leider nicht äußern und uns sagen, dass er nach dem Fressen Magenschmerzen bekommt oder dass er Sodbrennen hat.
Im folgenden Beitrag will ich Dir erklären, was die Symptome sind, welche Ursachen eine Gastritis haben kann und was Du aus naturheilkundlicher Sicht tun kannst, um Deinem Hund zu helfen.


Was ist eine Gastritis?

Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut.
Diese kann akut oder chronisch vorkommen.
Bei einer chronischen Gastritis heilt die Magenschleimhaut über eine längere Zeit nicht aus und die Symptome bleiben bestehen, beziehungsweise sie zeigen sich wiederholt.
Beim Hund ist es oft so, dass wir nur denken, die Erkrankung sei geheilt, denn Hunde zeigen die Symptome oft nur, wenn sie schon so schlimm sind, dass sie sie nicht mehr überspielen oder ignorieren können.
Eine akute Gastritis entsteht, wenn die Schleimhaut des Magens verletzt wird. Dies kann zum Beispiel durch Medikamente, Toxine, Bakterien, Parasiten oder Fremdkörper im Magen passieren.
Ist die Schleimhaut verletzt, kann die Magensäure an die Magenwand gelangen und diese angreifen. Wenn die Schleimhaut dauerhaft gereizt wird, kann die Entzündung chronisch werden und es kann sich ein Magengeschwür entwickeln.


Mögliche Ursachen einer Gastritis beim Hund

  • Vergiftungen, z.B. durch Putzmittel, Pestizide (frisch gespritzte Getreidehalme auf den Feldern fressen), Düngemittel
  • Medikamente (z.B. Schmerzmittel, Antibiotika)
  • verdorbenes Futter, schlechte Futterzusammensetzung die nicht artgerecht ist, zum Beispiel übermäßig viel Getreide, Zusätze wie Konservierungsstoffe im Futter
  • Parasiten (Spulwürmer)
  • Fremdkörper die der Hund geschluckt hat
  • Schnee fressen
  • Stress

Außerdem ist es möglich, dass die Magenschleimhautentzündung als Begleiterscheinung einer Nieren- oder Lebererkrankung auftritt oder einer Infektionskrankheit.


Symptome einer Gastritis

Die ersten Symptome einer Magenschleimhautentzündung sind Heißhunger oder Appetitlosigkeit, vermehrtes Gras fressen und Erbrechen.
Eventuell belecken die Hunde intensiv Gegenstände.
Dass Hunde Gras fressen ist ganz normal.
Dadurch holen sie sich sekundäre Pflanzenstoffe und Bitterstoffe, die gut für die Verdauung sind. Wenn Du aber bemerkst, dass Dein Hund übermäßig viel Gras frisst, dass er morgens unbedingt raus will und sich sofort auf die Grashalme stürzt, dann ist es wahrscheinlich, dass sein Magen schmerzt.
Es kann auch sein, dass er sich die Brust leckt, nach dem Fressen unruhig umher geht, mit hochgezogenem Rücken dasteht. Das sind mögliche Hinweise auf Sodbrennen oder Magenschmerzen. Das Leitsymptom einer akuten Gastritis ist das Erbrechen. Die Hunde erbrechen häufig morgens gelben Schleim, es kann auch blutig sein. Je nach Schweregrad erbrechen die Hunde alles, was rein geht sofort wieder, sowohl Futter als auch Wasser. Außerdem ist vermehrtes Speicheln und vermehrter Durst zu beobachten, sowie Appetitlosigkeit und gestörtes Allgemeinbefinden.


Behandlung einer Gastritis

Wenn die Gastritis so schlimm ist, dass der Hund alles sofort erbricht, was er zu sich nimmt, dann solltest Du zum Tierarzt oder zum Tierheilpraktiker gehen. Es besteht die Gefahr, dass das Tier austrocknet. Lass Dir erklären, was der Tierarzt für Medikamente gibt, schreib es Dir notfalls direkt in der Praxis auf, oder lass Dir einen Beipackzettel mitgeben.
Oft werden bei Gastritis sogenannte Säureblocker gegeben. Diese hemmen die Bildung von Magensäure. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, diese Säureblocker für ein paar Tage zu geben, wenn man eine entsprechende Diät dazu füttert. Dann kann sich der gereizte Magen etwas beruhigen.
Du solltest allerdings keinesfalls Säureblocker über eine längere Zeit geben, denn die haben Nebenwirkungen, die Du vermeiden willst.
Der Organismus benötigt die Magensäure für eine ordnungsgemäße Verdauung der Nahrung.
Wird die Produktion der Magensäure gehemmt, dann können zum Beispiel Proteine nicht mehr richtig verdaut werden. Die Folge ist, dass unvollständig aufgeschlüsselte Proteine in die Blutbahn gelangen können und dort vom Immunsystem angegriffen werden.
Eine Nahrungsmittelallergie kann entstehen.
Wenn der Magen seine Arbeit nicht mehr richtig macht, weil er nicht genügend Magensäure produzieren kann, dann entstehen Probleme im Darm. Der unvollständig vorbereitete Speisebrei überfordert den Dünndarm. Deshalb stehen auch Symptome wie Magendrücken, Blähungen, Übelkeit und Durchfall auf dem Beipackzettel der Säureblocker.
Die bedrohlichste Nebenwirkung ist aber der Mangel an Vitamin B12.
Der Magen produziert mit den Magensäften auch einen Stoff, der zur Aufnahme von Vitamin B12 benötigt wird.
Fehlt die Magensäure, dann kommt es unweigerlich zu Vitamin B12 Mangel und das kann schwerwiegende Folgen haben.
Da die Schulmedizin außer Säureblockern oft nicht viel zu bieten hat, um einen kranken Magen zu heilen, tust Du gut daran, Dich auf die Naturheilkunde zu verlassen.


Naturheilkundliche Therapie der Gastritis

Wenn Dein Hund die ersten Symptome einer Magenschleimhautentzündung zeigt, dann ist es eine gute Idee, ihn erstmal 12 bis 24 Stunden fasten zu lassen, damit der Magen sich beruhigen kann. Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen, dass es ihm schadet, wenn er mal nichts zu fressen bekommt. Außer bei Welpen und extrem mageren Hunden ist ein Fastentag in der Woche förderlich für die Gesundheit.
In leichten Fällen klingen die Symptome jetzt schon ab.
Ich rate Dir aber trotzdem, den Hund mit Schonkost und Kamillentee mindestens eine Woche lang zu unterstützen, weil er Dir ja nicht sagen kann, wann die Magenschmerzen wieder ganz verschwunden sind.


Kamillenblüten

sind das beste Kraut bei Magenschleimhautentzündung.
Kamille ist entzündungshemmend, antibakteriell und wundheilungsfördernd, außerdem wirkt sie gegen Helicobacter pylori und kann die Ausbildung eines Geschwürs verhindern.
Dosierung:
Du brauchst ganze getrocknete Kamillenblüten * davon nimmst Du einen Esslöffel und übergießt ihn mit 250 ml kochendem Wasser.
Lass den Tee zugedeckt (!) 10 Minuten ziehen.
Von diesem Tee bekommt der Hund folgende Mengen pro Tag:

Hunde bis 5 Kg 2 TL pro Tag
Hunde bis 15 Kg 2 bis 3 EL pro Tag
Hunde bis 30 Kg 4 bis 6 EL pro Tag
Hunde über 30 Kg 8 bis 10 EL pro Tag

Auch wenn Du den Tee nicht an einem Tag aufbrauchst, solltest Du jeden Tag einen frischen kochen.

Leinsamenschleim

Der goldene Leinsamen ist weitaus wirksamer als der braune.
Bei Magenschleimhautentzündung wird der Leinsamen gekocht verfüttert, wodurch sich der Schleim aus den Samenkörnern löst. Dieser Schleim schützt und heilt die Magenschleimhaut. Man legt den geschroteten goldenen Leinsamen* am Abend in etwas Wasser ein und kocht ihn dann am Morgen kurz auf.
Abkühlen lassen und dem Hund zum lauwarmen Futter geben.

Dosierung:
Die richtige Dosis für Hunde sind 5 bis 10 Gramm pro Tag, je nach Größe des Hundes.
10 Gramm sind etwa 1 Esslöffel.
Für 10 Gramm nimmst Du 150 Milliliter Wasser.

Vitalpilze

Bei Gastritis eignen sich die Vitalpilze Chaga und Hericium.
Die Dosierung der Pilze hängt vom Gewicht des Hundes ab.
Hier reichen die Empfehlungen von 420 mg Pilzpulver bei Hunden bis 10 Kg bis hin zu 3300 mg bei Hunden über 50 Kg.
Um eine Vitalpilztherapie zu machen empfehle ich Dir, eine Tierheilpraktikerin aufzusuchen, die sich auf Vitalpilze spezialisiert hat.

Homöopathie

Dir ist vielleicht schon aufgefallen, dass ich hier nie homöopathische Mittel empfehle, obwohl ich doch ausgebildete klassische Homöopathin bin. Das liegt daran, dass Homöopathie individuell ist. Was bei dem einen bei einer bestimmten Erkrankung hilft, muss nicht notwendigerweise dem nächsten auch helfen.
Der Homöopath sucht nach den individuellen Symptomen, zu denen auch Gemütssymptome, Verhaltensmerkmale und die individuelle Vorgeschichte zählen. So ermittelt er das ähnlichste Mittel (Simile) das dann das einzelne Individuum heilen kann.
Deshalb gibt es nicht das Mittel bei Magenschleimhautentzündung.
Ich mache allerdings heute mal eine Ausnahme, denn es gibt zwei Klassiker, die in bestimmten Fällen als erste Hilfe gut wirken.
Das ist zum einen Nux vomica, wenn der Hund etwas falsches, gefressen hat, bei verdorbenem Futter, Medikamentenmissbrauch oder Vergiftungen, wenn der Hund sich übergeben muss.
Zum anderen Arsenicum album, wenn die Magenverstimmung nach dem Fressen von Aas oder Schnee auftritt, bei Vergiftungen, wobei der Hund viel trinkt und danach sofort wieder erbricht.

Du kannst eine Gabe D6 oder D12 geben. Aber wie gesagt: eine Gastritis heilen mit Homöopathie kann nur ein erfahrener Homöopath.

Ernährung

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Gib Deinem Hund kein Trockenfutter! Das ist nicht gesund.
Besonders bei Magenschleimhautentzündung solltest Du unbedingt darauf verzichten.
Gib ihm ein gutes Dosenfutter* ohne jegliche Zusatzstoffe.
Wenn die Entzündung akut ist und es ihm schlecht geht, wird er ohnehin freiwillig fasten. Danach solltest Du anfangen, ihm mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu geben, am besten lauwarm und suppig.
Gut geeignet sind leicht verdauliche Proteine wie mageres Geflügel, Hüttenkäse und Quark, Reis, Kartoffelbrei, Fenchel, Karotten.

Mehr zum Thema Ernährung kannst Du auch hier nachlesen:

Eine gesunde Mahlzeit für einen Hund selbst zusammenstellen
Trockenfutter oder Nassfutter?
Woran erkennt man gutes Dosenfutter?

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